Wie Frau Holle nach Prien am Chiemsee kam - und 1200 Kinder, Lehrer, Erzieherinnen, Eltern und erwachsene Märchenfreunde ihr begegneten.
Am Freitag, den 26. Februar 2010 war es so weit- um 9 Uhr, um 10.30 und um 16.00 Uhr füllte sich der große Kursaal in Prien, drei mal 400 Stühle waren besetzt von Kindern der Grundschulklassen, von Kindergartenkindern, Eltern, Lehrern und Erzieherinnen und erwachsenen Märchenfreunden.
Gespielt wurde Frau Holle –ein Schattentheater mit Musik.
Beginnen wir bei der Musik. Matthias Linke ist Musiker, Arrangeur, Komponist, Lehrer. Er ist Leiter des Symphonischen Kammerorchesters Halfing und hatte eigens eine wunderbare Musik für Frau Holle komponiert und diese Musik begleitete immer wieder die Märchenhandlung, verstärkte, vertiefte sie, beflügelte.
Ganz eingebunden in die Musik war der lebhafte und spritzige Kinderchor Fürstätt unter Leitung von Edith Kaltenbrunner.
Das Märchen war nicht nur musikalisch und chorisch zu hören, es wurde natürlich auch erzählt.
Der Erzähler war Markus Tilman Lütke, Nach einem anthroposophischen Allgemeinstudium folgte eine Ausbildung in Schauspiel, Sprachgestaltung, Clownerie und Improvisationstheater; seit Jahren ist er als Rezitator, Schauspieler und Pädagoge tätig.
Ein Schattentheater braucht nicht nur „Schattenmenschen“ es braucht auch Bühnenbilder. Andrea Puskas ist seit vielen Jahren Malerin und Scherenschneiderin und beschenkte die Besucher mit ihren zauberhaften Scherenschnitten und märchenhafte Bildern.
Die Spielerinnen, die in voller Lebensgröße ihre Schatten mit Leben erfüllten, das Märchen sichtbar machten, Bewegungen, Gesten, Stimmungen wahrnehmbar, erlebbar werden ließen- all dies mit künstlerisch-pädagogischer Perfektion, diese Spielerinnen waren drei Waldorfkindergärtnerinnen des Waldorfkindergartens in Bad Endorf, Susanne Altenried, Sabine Nettekoven und Sibylle Riepl - Wachter.
Was wäre ein Schattenspiel ohne Licht und Technik - dies besorgten meisterlich Lena Altenried und Lukas Lütke.
Damit dieses Ereignis auch „unter die Leute“ kommt, braucht es organisatorische Unterstützung, Werbung, Herstellen von Öffentlichkeit, hier war die Musiklehrerin Barbara Egger in Halfing seit Monaten aktiv.
Mut gehörte auch dazu, den größten Saal der nicht so großen Stadt Prien für einen ganzen Tag zu buchen und drei Vorstellungen an einem Tag an zu bieten.
Der Besuch von Frau Holle in Prien war also bestens vorbereitet; Menschen mit ausgeprägten künstlerischen Fähigkeiten fanden sich zusammen, wurden zu einem Ensemble und beschenkten die vielen Kinder und Erwachsene mit einem bedeutsamen Kulturgut, das heute so oft „unter die Räder kommt“, auf elektronischen Bildschirmen verkommt oder zu Musical-Events verkümmert - mit Märchen. Dafür allen Beteiligten ein herzlicher Dank.
Peter Lang
Februar 2010
Bilder
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